Saturday, January 18, 2014

Noch einmal auf Deutsch weil warum nicht

Vor ein paar Wochen erwaehnte ich, dass die Lektuere von Karl Kraus mir ein weing zu schaffen gab. Gestern blickte ich wieder einmal darin, und es ging schon. Ich fragte mich, was vorhwer schwierig gewesen. Vielleicht war vor ein paar Wochen mein Deutsch einfach ein wenig gerostet. In der Zwischenzeit las ich einige anderen deutschen Schriften. Unter anderem las ich ein wenig herum in dieser Sammlung von Authoren des deutschen Vormaerz,ein Band der Reclam Universal-Bibliliothek wie der der Wiener Modernen in dem ich Hermann Bahr und Karl Kraus kennenlernte und Kraus mochte weil er Bahr so sehr hasste, sehr begeisternd dieser Vormaerz-Band, weil voller Marx und Ruge und Heine und Dronke und so Kram, Vormaerz eben, und natuerlich: kein bisschen Bahr. Keine furcht, dass wenn man den Band aufs geratewohl aufschlug, Bahr verdammt noch mal auf einen wartete.

Heute morgen fragte ich mich ob wohl es einen Aufsatz ueber Kraus in Franz Blei's Portraetsgab, und wurde daran erinnert, dass ich Blei fast so wenig gern habe wie Bahr. Gerade jetzt faellt es mir ein, mal zu gucken, ob es dort wtwas ueber Bahr gibt. Moment mal -- ja. Gibt es. Ein Band, 500 Seiten, fuer -- na ja -- Portraets von den bedeutesten Schrifstellern aus allen Laendern, von allen Zeiten, die dem Blei ueberhaupt bekannt waren, und es gab Platz darin fuer Bahr.

Von allen beruehmten Schriftstellern die ich kenne, die auf Deutsch Schrift stellten, habe ich entweder Hermann Bahr oder Franz Blei oder August Wilhelm Schlegel am allerwenigsten gern. Vor mehr als 20 Jahren, waehrend meines letzten Versuch, Akademiker zu sein, hatte ich einmal in einmal Seminar with Professor Wiehiesserdoch die Aufgabe, etwas ueber Schlegel zu sagen. Ich war nie ein sehr diplomatischer Student, aber dies was ein sehr undiplomatischer Moment sogar fuer mich. Ich sagte geradeaus, dass ich Schlegel ekelhaft fand. Ich weiss nicht mehr genau, welche Woerter ich waehlte. Es ist moeglich, dass ich Schlegel einen unmoeglichen Esel nannte. Oder einen erbaermlichen Windbeutel, oder einen Narr der nicht einmal unabsichtlich lustig wahr, oder eine kriminelle Verschwendung von Papier. Ich erinnere mich sehr genau daran, wie mitten in meiner Tirade ein anderer Student, ein grosser dicker Typ, Wiehiessermal, seinen Ueberdruess mit mir einem Prusten ganz hoerbar machte. Ich habe akzeptiert, dass dieser viele abwerterten Lauten ueber mich gemacht hat, die ich nicht hoerte. So war er. (So war ich.) Ich habe keinen Zweifel, dass er es inzwischen bis zu ungefaehr Full Professor in der Ivy League gebracht hat, so einer, der es nicht akzeptiert, dass ein Student einen Schriststeller grob beliedigt, der in Reclams Universal-Bibliothek gedrueck ist, and der... und der... and who cheats on tests. Es ueberrascht mich, aber ich weiss gar nicht wie man das auf Deutsch sagt. Ich nehme an, dass es mal ab und zu in Zentraleuropa passiert. So einer wie der Dicke bringt es weit in amerikanischer Akademie -- wenn ein Herzinfarkt oder Schlaganfall ihn nicht erwischt and wenn er nicht von Professor zu Verleger ueberwechselt, wo er versichert dass Celebrities Millionen pro Buch kriegen und dass eigentlich talentierte Dichter unerkannt bleiben.

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