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Saturday, July 15, 2017

Jemand fragte, wie gute Literatur ihre Leser findet.

Wenn ich ueberhaupt eine Ahnung davon haette, wie gute Literatur ihre Leser findet, waere ich langst reich und bereuhmt und nobelgekroent und wuerde noch andere gute Schriftsteller helfen, alle die schiere Scheisse auf den Bestsellerlisten beiseite zu schieben und verdientvollerweise reich und beruehmt zu werden, und wir waeren oft auf Fernsehen, mal, um die Talkshows viel interessanter zu machen, mal, um als Weiser die Leute dieses seltsamen Planeten guten Rat zu geben.

Vielleicht wuerde ich ein Haus in Suedkalifornien haben, nahe genug Conans Studio dass ich bequem von daheim dorthin zu Fuss gehen koennte; und eine Wohnung in New York, vielleicht in New York by Gehry;


und eine in Berlin, und eine in Paris -- oder vielleicht wuerde ich lieber in Hotels wohnen, als viele Wohnungen selbst besitzen. Wuerde ich gern per Flugzeug reisen, wenn ich es stets in der Luxury-Klasse taete? Ich weiss es nicht. Ich flog einmal in First Class, aber ich weiss nicht, ob diese First Class wirklich Luxury-Klasse war. Wenn es wirklich war, wenn es kaum besser als das gibt ohne ein eigenes Flugzeug zu besitzen, dann waere es offiziell: ich moechte fliegen nicht sehr. Ich glaube, dass es etwas luxurioeser geht als auf der First Klasse, welche ich erlebte. Aber ich weiss nicht, ob es irgendwo so gut fliegt dass ich es geniessen wuerde.

Ich haette vielleicht sovielen Einfluss, dass ich hoechstpersoenlich die Erdoelbranche vernichten koennte, indem ich fuer Solar und Wind und Gezeitenkraft und Geothermisch und so fort redete.

Moechte ich US-Praesident werden? Ich weiss es nicht. Ich weiss es wirklich nicht.

Aber, wie gesagt, ich weiss nicht, wie gute Literatur zu ihren Lesern kommt. Ich wuesste es gern.

Naja, wenigstens habe ich eine Ahnung davon, was gute Literatur ist, und vermag sie in mehreren Sprachen zu lesen. Das ist ein Trost in meinem Elend.



Friday, January 13, 2017

Reich Und Beruehmt

(Das DTV-Woerterbuch der deutschen Sprache, Muenchen: 1978, enthaelt einen Fehler: S 642: "Ruhm: durch hervorragende Taten errungenes hohes Ansehen in der Oeffentlichkeit [...]" Hervorragende Taten bedarf das gar nicht. Im Gegenteil, ein ganz ordinaerer Esel, der 'hervorragende Taten' nicht einmal buchstabieren koennte, geschwiege denn verstehen, was eine solche Tat waere, kann so sehr beruehmt sein dass er aus keiner vernuenftigen Ursache zum Praesident der US gewaehlt wird.)

Ich stelle Schrift, und traume davon, so erfolgreich dabei zu sein dass die Buecher stapelhochweise taeglich bei mir erscheinen, Stapel so gross, wie sie bei grossen Zeitungen, und Publisher's Weekly, und ganz hohen Tieren unter den erfolgreichen Schriftstellern erscheinen. Die meisten davon interessieren mich gar nicht, natuerlich, und so sehr oft schleppe ich riesige Menge von Buechern zum Salvation Army-Ramschladen. Die Maenner, die dort Gueter akzeptieren, gewoehnen sich sehr schnell an mich als den Mann, der Riesenmengen von Buechern bringt, und fast so schnell wissen sie auch, dass ich der sehr, sehr beruehmte Steven Bollinger, aka The Wrong Monkey, bin:

"Pass auf, Kerl, wusstest Du denn wirklich nicht? Dies hier ist Steven Bollinger, oder: Der Wrong Monkey, der sehr, sehr beruehmter Steller von Schrift!"

"Warte mal -- ja, ich habe Sie doch vor einigen Tagen auf Stephen Colbert gesehen! Wow, der wohnt wirklich hier in unserer kleinen Stadt? Tut mir leid, mein Herr!"

"Bitte, fuer nichts. Und bitte hoere auch auf mit dem 'mein Herr,' bin nicht der Queen von England. Und vor sechs Monaten war ich noch aermer als Euch. Duzen ist von mir aus ganz okay. Nenn mich lieber Steven, oder Monkey, oder sowas. Und auch, sollste wissen -- unsere kleine Stadt ist ein sehr feiner Ort, und viele ganz fabelhaft reiche und beruehmte Leute wohnen hier!"

"In Ordnung, Mr Monkey! Sie -- aetsch. Du hast ganz recht, diese ist eine feine Stadt!"

"Keine Sorge, Steve, ich setzte ihn zurecht!"

"Neu hier, ist er?"

"Ziemlich neu, ja."

"Sorgfaeltig zugehen. Lieber vorsichtig und sanft, denn wer weiss: vielleicht in sechs Monaten wird er noch reicher und beruehmter sein, als ich!"

"Kann sein, Mr Monkey. Kann sein. Du hast ganz recht, ich sollte aufpassen und sorgfaeltig sein."

Ich traume auch davon, dass es einen 56-jehriger Mann gibt, der Steven Bollinger heisst und Basketball in der NBA spielt. Dieser Steven Bollinger ist ein anderer Mann, nicht ich, der nur zufaelligerweise 1 Meter 91 hoch steht so wie ich, und graue Haare unter seinen braunen Haaren hat, so wie ich. Aber der ist gar nicht ich. Ich bin erst 55 Jahre alt.